Das Unglücksflugzeug

Die Unglücksmaschine mit der Immatrikulation HB-IWF vom Typ McDonnell-Douglas MD11 wurde von der Swissair im August 1991 in Betrieb genommen und hatte das Wappen des Kanton Waadt. Im August 1997 wurde die HB-IWF einer heavy maintenance visit (Grossüberholung) durchzogen, und hatte am 10. August 1998 sogar noch seinen letzten A-Check. Das Flugzeug hatte bis zu seinem Absturz 36000 Flugstunden oder 6500 Starts und Landungen absolviert.

Ein wesentlicher Teil zur Unglücksursache hat das Bordunterhaltungssystem IFEN (Interactive Flight Entertainment System) beigetragen. Das IFEN war ein neues System zur Unterhaltung der Passagiere, die damit individuell Spiele und Filme auswählen konnten. Die Swissair baute dieses System als erste und einzige Airline ein, um damit im Konkurrenzkampf um die Passagierzahlen mithalten zu können. So wurde das IFEN unter Zeitdruck eingebaut, die Kabel wurden zuwenig oder gar nicht isoliert; sie lagen also frei. Das System wurde von der Firma IFT (Interactive Flight Technologies) mit Sitz in Phoenix, Arizona entwickelt. Das Unternehmen hatte wenig Erfahrung mit Bordunterhaltungs-Systemen. Schon kurz nach dem Einbau zeigten sich erste Schwächen des Systems: es frass enorm viel Strom und heizte die Kabine. Ausserdem war es an das Hauptstromversorgungsnetzes des Flugzeugs angeschlossen, welcher wahrscheinlich einen Grossteil zum Unglück beitrug. Der Absturz der HB-IWF wurde höchstwahrscheinlich durch eine Verkettung unglücklicher Ursachen ausgelöst, angefangen bei einem Kabelbrand der nicht isolierten Kabel des IFEN.

Original Foto der Unglücksmaschine HB-IWF "Vaud", mit freundlicher Genehmigung von Christian Waser

Original Foto der Unglücksmaschine beim Flughafenfest im Sommer 1998, mit freundlicher Genehmigung von Patrick Vogt