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Dies ist eine frei erfundene
Geschichte, wie Sie im Alltag des fliegenden Personals aussehen könnte. Flüge
wie dieser nach Tunis gehören nicht gerade zu den beliebtesten. Doch macht nicht
gerade ein Flug wie dieser hier den ganzen Job spannend? Für die Laien werden
die Fachausdrücke kurz zusammengefasst. Ich wünsche Euch viel Spass beim Lesen.
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Besatzung:
Fritz, Captain
Urs, Copilot
Marcel, Maître de Cabine
Hanni, FCG
Marianne, Galley Flight Attendant
Andrea, sitzt auf Station 3
Ralf, Economy
Briefing:
Flugvorbereitungs-Sitzung der ganzen Besatzung, bevor man auf's Flugzeug geht
OPS:
Operations Center, dort finden sich die Besatzungen vor und nach einem Flug ein
Galley:
Bordküche
Jumpseat: Zugewiesener
Sitz am Notausgang für die Crew
Station 3:
unbeliebter Jumpseat im A321 da direkt in der Kabine, zwischen den Passagieren
UM:
Unaccompanied Minor, unbegleitete Kinder, werden vom Bodenpersonal an die
Hostessen übergeben
"Plies, ju tell mi
wher tu put mai bag. No mor pleiz": tunesisches Englisch, bedeutet:" Bitte
du mir sagen wo ich lassen meine Tasche. Nix mehr Platz"
FCG: First
Class Galley, ein meist älteres Flight Attendant mit viel Flugerfahrung (und ab
und zu wenig Geduld)
Crewschublade:
gefüllt mit Snacks für zwischendurch für die ganze Crew. Meist schon geleert
(vom Cockpit)
Maître de Cabine: Pursor, Kabinenchef
"Cabin Crew Demo!":
Befehl für das Ausführen der Sicherheitsvorschriften von Hand
"To inflate the
lifevest, pull the inflation tags...": "Um die Schwimmweste aufzublasen,
ziehen Sie..."
Hallal:
Fleisch, dass der Moslem essen darf, ist "Hallal"
Touchdown:
Aufsetzen des Flugzeuges
Catering:
Firma, die das Flugzeug mit Essen belädt
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Ein
Tag im Leben eines Flight Attendants
(während der Reserve
zusammen gefasst von Alexandra)
Vor langer Zeit, da entstand ein Beruf, der daraus bestand, nörgelnden,
ungeduldigen, lästigen Menschen eine Dienstleistung zu erbringen mit dem Ziel,
sie schnellst möglich wieder loszuwerden.
Da steht sie, die schwitzende, stinkende, miefende Masse, in der
Abfertigungshalle, jeder darauf bedacht, der erste, der wichtigste zu sein.
"Gehst Du mal einchecken, Liebling? Ich warte dann hier hinten"...und so kam es,
dass "Liebling" für sich, seine Frau und drei Kinder ein Gepäckstück eincheckt,
in dem sich lediglich seine stinkenden Unterhosen und Socken befinden. Alles
andere würden sie natürlich benötigen auf dem langen Flug von Zürich nach Tunis.
"Mach die Tasche zu!", raunzt Müller seine Frau an. "Die müssen nicht
mitbekommen, dass Fifi mit uns in der Kabine reist." Fräulein Karin, die nette
Dame von Swissport, hat es natürlich nicht mitbekommen, denn wie so oft mangelt
es wieder einmal an Unterbestand des Check In-Personals, und sowieso, soll sich
doch das Kabinenpersonal darum kümmern! "Dazu sind die ja da", denkt Karin.
Etwa zur gleichen Zeit hastet Andrea durch den Terminal A, denn sie ist spät
dran und das Briefing beginnt in 5 Minuten. Jetzt trifft sie auch noch Monika,
die gerade vom OPS kommt: "Duuuu Andrea, ich muss Dir UNBEDINGT was erzählen..."
- "Nicht jetzt!" - "Doch, denn sowas hast Du noch NIE erlebt! Ein Passagier hat
uns direkt ins Galley gek..."...und schon ertönt im OPS die Ansage "Frau Andrea
Hinterwald bitte ins Briefing". Mit glühend rotem Kopf erreicht Andrea keuchend
den Briefingraum Nummer 5 und entschuldigt sich in aller Form. "Also Andrea,
weil Du zu spät gekommen bist, bleibt für Dich nur noch die Station 3. Ausserdem
übernimmst Du die UM's, kümmerst Dich um Familien und um das Handgepäck."
Terminal A, Gate 84. Da wurschteln sie sich durch, ein Jeder mit seinem Billet
in der Hand in der Angst, doch noch den Flug verpassen zu können. "Swissair Flug
234 nach Tunis ist nun bereit für das Einsteigen. Dürfen wir ältere Passagiere
und Familien mit Kindern bitten, sich zuerst auf das Flugzeug zu begeben." Aber
da Mohamed nix deutsch versteht und 90% der Passagiere Tunesier sind, geht es
schon bald zu und her wie wenn bei McDonald's gratis Hamburger zu verschenken
wären.
Gleichzeitig in der Röhre des A321. Andrea eilt nach vorne, um die 4 UM's in
Empfang zu nehmen. Blöderweise kann sie sich mit denen nicht verständigen. "Umso
besser", denkt Andrea, und bringt sie zu deren Plätze. In kürzester Zeit kann
man sich in der Kabine weder vor-noch rückwärts bewegen, denn Mohameds
Landsleute verstopfen den Gang. "Plies, ju tell mi wher tu put mai bag. No mor
pleiz", flucht eine ältere Dame, als sich Andrea grad ins Galley verdrücken
wollte, um dem Puff zu entkommen. Aber Andrea weiss sich geschickt zu helfen,
indem sie der Dame antwortet:"One Moment please...", und verdrückt sich
tatsächlich ins Galley. Soll die Alte doch selber schauen, wo sie ihren Koffer
verstauen kann. Man gönnt sich ein Glas Eistee und liest erst mal die
Wetterprognosen für die kommenden Tage. Als nach zwanzig Minuten alle Passagiere
sitzen, holt Andrea die Passagierliste. "Jesses Gott, 18 Kinderessen, 36 Moslem
Meals, 19 Vegetarische, davon 5 Lacto und 7 Asiatische,16 Koscheressen, davon 5
Glatt und 4 Fisch, ein Diabetikeressen und 6 Low Calorie Meals. Wie soll man das
nur überstehen..." Andrea bringt die Liste dem Galley Flight Attendant,
Marianne, und wartet erst mal deren Miene ab. Diese entwickelt sich schon bald
zu einem versteinerten, kreideweissen Ausdruck, der darauf hinweisen könnte,
dass Marianne wohl grad knapp einem Kreislaufkollaps entgangen ist. Andrea hat
jetzt aber anders zu tun. Sie geht erst mal die Bengel anschnallen und verteilt
Kinderschwimmwesten. Kaum taucht Andrea in der Kabine auf, schreien schon alle
nach Wasser und Happa Happa. Professionell starrt Andrea hoch über die
Köpfe hinaus, wenn sie durch die Kabine huscht, um den Eindruck zu vermitteln,
sie hätte ja nichts gehört und viel wichtigeres zu tun.
Marianne geht indessen in die Kabine und kontrolliert, ob die Spezialessen auf
der Passagierliste mit den Sitznummern übereinstimmen. Natürlich, wie könnte es
auch anders sein, stimmt hinten und vorne nichts, denn Mohamed und Co. haben
sich halt dort niedergelassen, wo es ihnen grad sympathisch war. "Mir reicht's,
so komme ich nicht weiter", knurrt Andrea und schreibt nur die Essen an, die
auch tatsächlich stimmen. Die anderen sollen sich dann melden, ist ja
schliesslich deren Problem, wenn sie nicht am richtigen Platz hocken.
*Ding-Dong*, macht es hinten im Eco-Galley, und Marianne hetzt nach hinten, um
den Hörer abzunehmen. "Gopf nomol, wo bliibed mini 7 Chicken für'd Business zum
Ustuusche!?", kräht der Hausdrachen, das FCG, die das Business Galley schmeisst.
Also dafür hat Marianne nun wirklich nicht auch noch Zeit. Soll das der Ralf
doch machen, der grad auf dem Klo hockt. "So nicht", denkt sich Marianne und
öffnet kurzerhand mit einem geheimen Trick die WC-Türe. Leider die Falsche. Mit
grossen Augen steht sie jetzt einem Passagier gegenüber, der sich grad auf der
Schüssel installiert und grosszügig einen fahren lassen hat. Ralf kommt soeben
aus dem Klo nebenan raus und fragt sich, was das ganze soll. Natürlich kann er
sich ein Grinsen nicht verkneifen. "Huere Siech, das fangt ja scho guet a!! Los
Ralf, nimm 7 Chicken und fahr ab id Business!".
Unterdessen ist das Flugzeug einigermassen unter Kontrolle, die Türen sind
geschlossen und man beginnt, zurückzustossen. Captain Fritz und dessen Copi Urs
schreien bereits nach der Crewschublade. Fritz, ehemaliger Jumbo-Kapitän Mitte
50, möchte seinen Kaffee stets mit 2 Rahm und einem Assugrin. Seit er auf den
kleinen Airbus verfrachtet wurde, ist er alles andere als aushaltbar. Urs ist
etwas bescheidener. Er fliegt erst grad 2 Jahre und verlangt nur nach einer
Flasche blauem Wasser. Bereits bevor wir die Startpiste erreicht haben, ist bis
auf einen vergammelten Salat die Crewschublade leer. Captain Fritz klagt über
Magenbeschwerden. Hanni, das FCG bringt ihm liebevoll ein Alkaseltzer. "He ihr
Schlafmützen vom Tower, wann zum Teufel können wir endlich starten?", brüllt
Fritz ins Mikrofon. Blöderweise war es der falsche Knopf und die Frage gelangte
sowohl an den Tower als auch in die Kabine. Unter den wenigen Schweizern
entwickelt sich ein vorsichtiges Gelächter. "Tower an SR 234, Schnauze halten
sonst verpasse ich euch einen Slot, der nach Rache schreit und ihr könnt grad
wieder ans Gate zurückkehren.".
Marcel, der Maître de Cabine, versucht immer noch, den Sicherheits Film in Gang
zu kriegen, es gelingt ihm aber nicht. "Cabin Crew Demo!", und so kommt, was
kommen musste. Andrea stellt sich vor die Eco, Ralf vor die Business Klasse.
Beim Demonstrieren der Sauerstoffmasken und Sitzgurte klappt alles bestens, doch
beim Anziehen der Schwimmwesten happert es bereits. "To inflate the lifevest,
pull the inflation tags...", ertönt es aus dem Lautsprecher, als es auch schon
*FFFFFFFFFFFFFFFFFFFTTTTTTTT* macht, und man von Ralf nur noch die Lippen
zwischen den beiden aufgeblasenen Kammern sieht. Breite Mäuler strecken sich in
den Gang. Nun heisst es für Ralph, sich so schnell wie möglich vom vorderen Teil
des Fliegers in den hinteren zu begeben.
Marianne
hat es endlich geschafft, die Spez-Essen einigermassen in die Trolleys zu
verteilen, und fragt Andrea, ob die Spielsachen schon verteilt wurden. Doch
dafür fand sich bis jetzt noch keine Zeit. Also wird dies Andrea nach dem Start
tun. Und Husch, sind sie auch schon in der Luft. Andrea nimmt die
Spielzeugschublade und fängt in der vordersten Reihe an. Die Schublade ist
schwer, und der Goof reisst daran herum wie vom Affen gebissen. "Können Sie sich
für Ihr Kind einmal entscheiden, was es nehmen will? Erstens tut mir der Arm weh
und zweitens hat es noch andere Kinder", macht Andrea die Eltern aufmerksam.
"Haben Sie nichts anderes? Wir haben das alles schon!", sagen diese undankbaren
Schnösel und ohne zu Diskutieren begibt sich Andrea zur nächsten Familie.
Marianne hat die Kinderessen schon parat und man beginnt mit dem Verteilen. "Ich
habe aber drei Kinderessen bestellt", nörgelt die Dame auf 24D. Marianne wirft
einen kritischen Blick zu ihr und bemerkt, dass sich das dritte Kind bei ihr auf
dem Schoss befindet und somit kein Essen zu gut hat, da es keinen eigenen Sitz
hat. Ausserdem, wie will ein Halbjähriges denn einen Hamburger mit Pommes
verdrücken? Kaum stehen die Getränke-und Essens-Trolleys parat, müssen natürlich
alle schon wieder auf's Scheisshaus. An ein Vorbeikommen ist nicht zu denken,
und keiner macht Anstalten, auch nur im Geringsten zur Seite zu rücken oder dann
halt 5 Minuten später auf's Klo zu gehen. Also wurschteln sich Marianne, Andrea
und Ralf wie so oft an den im Gang stehenden Passagieren vorbei. Der einen oder
anderen wird dabei über den Fuss gerollt, aber halb so schlimm. Bis man endlich
vorne angelangt ist, muss der Trolley eine Reise über 5 Paar Füsse, 9 Kissen, 27
Zeitungen und 114 abgeschnallte Sitzgurte über sich ergehen lassen. Insgesamt
werden dabei noch weitere 46 Ellenbogen gestreift und 15 Köpfe gerammt.
Endlich kann man mit dem Verteilen beginnen. "Is this Pork?" - "No this is
Chicken and it is Hallal!", lautete schon die erste Frage eines Gläubigen ohne
Spezialessen. Hallelujah. "Haben Sie keine Auswahl?" - "Nein, haben wir leider
nicht, dafür ist die Flugzeit viel zu kurz." - "Das ist Diskriminierung!" Weiter
zur nächsten Reihe. "Ich habe aber ein Vegi bestellt!" - "Bitte sehr, ist schon
zur Stelle, aber dürfte ich mal Ihre Bordingkarte sehen?" - "Wozu? Glauben Sie
ich sitze im falschen Flugzeug? Ich fliege nicht das erstemal!" - "Bordingkarte
oder kein vegetarisches Essen." Schweigeminute. "Na also, geht doch. Können Sie
mir erklären, Herr Keller, warum Sie auf 12 Echo sitzen anstatt auf 32 Delta?" -
"Na weil der Sitz dort hinten neben dem Klo ist und da stinkt es ständig!"
- "Ach, Sie wussten also genau, dass Sie sich auf dem falschen Sitz niederlassen
und rufen aus, wenn wir dann schliesslich nicht wissen, wo der Herr Keller mit
seinem Vegi-Essen sitzt?" Keller läuft rot an und hält von nun an die Klappe.
"Something to drink for you, Sir?" - "Gimmi Vodka, Gin, Oran
Tschus and Beer!" - "But don't you have a Moslem Meal? So does Allah allow you
to drink Alcohol?" - "No no Mam. Ju see, me sick. Allah say if sick me teik
medicine. Vodka änd Gin for me gud medicine!" Schweigend stellt Andrea
diesem Herrn das Gewünschte hin und denkt sich, dass Allah ihn doch verdammen
möge.
Beim Kaffeeservice fängt es an zu schütteln. "Help me Allah,
Heeeeeeelp HEEEEEEEEEEEEEELP! Plane Crash!!" Andrea eilt zu diesem
Panikmacher und stülpt ihm eine Augenbinde über den Mund. Anscheinend hat's
gewirkt. Nun gilt es, Kotztüten zu verteilen. Und, bloss nicht wieder durch die
Kabine zu gehen, denn ansonsten wird es zur Hauptaufgabe einer Hostess, die
lauwarmen, weichen Tüten einzusammeln und zu entsorgen. Und das ist doch wohl
wirklich unter jeglicher Gürtellinie! Aber Hanni, der Drachen, schreit mal
wieder nach einem Krug Kaffee für ihre 12 verwöhnten Business-Säcke, und so
begibt sich Ralf mit dem Krug Richtung Business Galley. Wie erwartet strecken
schon mindestens 14 Hände mit blauen Tüten in die Höhe. Ralf hat genug. Er denkt
sich einen Streich aus. Beim Zurücklaufen hält er beim ersten Passagier an, um
dessen vollgegeiferten Kotzsack in Empfang zu nehmen. Wie es der Zufall will,
hat der Passagier das Säckchen etwas zu früh losgelassen, und die Brühe landet
geradewegs auf seinem billigen Versace-Hemd. Blitzartig verschwinden die
restlichen Hände aus der Höhe.
Marcel kommt keuchend nach hinten und fragt, ob alles in Ordnung ist. "Klar, wir
haben die Bande im Griff", meinen alle überzeugt, und jetzt wird erst
mal gegessen und Zeitung gelesen. Weil es schüttelt, wird vorerst auf den
Bordverkauf verzichtet, denn es sind sowieso alle zu faul, diesen
durchzuführen. Schliesslich ist es nur zusätzliche Arbeit, Verantwortung, und
Rausschauen tun nur ein paar Vouchers (vorausgesetzt das viel zu hoch
angesetzte Budget wurde auch erreicht). Die wichtigste Regel nach dem Betreten
des Galleys lautet: Vorhang ziehen. Denn diese Halunken müssen nicht wissen,
über wen wir grad was lästern. Marianne liest nun endlich den Blick, Ralf
verdrückt ein Steak mit Kartoffeln und Spinat aus der Business Klasse, und
Andrea macht sich einen Kaffee. Es dauert keine zwei Minuten, bis der
Vorhang wieder aufgeht und ein nach Schweiss triefender Ekel das Galley betritt
und einen Tomatensaft verlangt. "Gopfodoori, jetz mues i doch scho wieder
uufstoh...", jammert Marianne, und zieht dem Passagier vor der Nase den Vorhang
zu, sobald dieser seinen Schleimsaft erhalten hatte. "Irgendwie stinkt es hier",
bemerkt Ralf, der sein Steak intensiv untersucht. Andrea riecht dies ebenfalls
und glaubt an ein Ablenkungsmanöver eines von Ralf gelassenen Furzes. Sie will
sich auf eine Toilette flüchten, doch dort ist die Scheisse komplett. Das WC ist
verstopft und die Brühe schwappt schon über. Kurzerhand wird das WC verriegelt
und Andrea schreibt auf einen Zettel, den sie an jene Klotüre hängt:"Aufgrund
übermässigen Verdauungsschwierigkeiten unserer Gäste müssen wir diese Toilette
geschlossen halten. Wir wünschen Ihnen gute Besserung."
"Wir befinden uns im Landeanflug auf Tunis. Darf ich Sie bitten, die Tische
wieder hochzuklappen, sich anzuschnallen und alle elektronischen
Geräte auszuschalten. Das Aufsuchen der Toiletten wird nur noch in dringenden
Fällen gestattet. Cabin Crew, 20 Minutes to go."
Marianne fängt an, das Puff im Galley zu verräumen und Andrea und Ralf müssen
sich wohl noch einmal in die Höhle der Löwen begeben. "Sie da! Schalten Sie auf
der Stelle Ihr Handy aus, sonst gibt's Ärger mit dem Captain!" - "Ja aber ich
habe das Handy doch gar nicht benutzt, ich wollte nur mal nachsehen, ob ich eine
Nachricht bekommen habe..." Das darf doch wohl nicht wahr sein. Wieviele Prozent
des Gehirns, sagt man, wird der Mensch nie benützen? Anhand so mancher Aktionen
unserer Passagiere dürfte der Ansatz sehr hoch sein. "Das Anschnallen
dieses Gepäckstückes auf dem Sitz ist nicht erlaubt. Bitte verstauen Sie es
ordnungsgemäss in der Gepäckablage." - "Ja aber es ist doch so schwer. Könnten
Sie nicht..." - "Tut mir leid. Das Gepäck herunterzunehmen, war für Sie ja kein
Problem. Ausserdem wurden auch wir Hostessen nur mit einem Rücken versehen." Der
Herr fügte sich der höheren Macht. "Haben Sie die Durchsage des Maître de
Cabine überhört?" - "Nein wieso?" - "Können Sie mir dann erklären weshalb Sie am
Laptop immer noch an Ihrer Jahresbilanz arbeiten?" - "Grmpf %*#!$§!"
Zwei Minuten vor Touchdown schafft es Andrea grad noch rechtzeitig auf ihren
Jumpseat auf Station 3. Sie liebt diesen Sitz nicht, denn er befindet sich
mitten in der Kabine, zwischen den Passagieren. Sie wollte sich grad
anschnallen, als sie ein Winseln hört und Fifi entdeckt. "Jesses Gott, wie kommt
denn dieses Monster hierher!? Packen Sie Ihren Köter sofort wieder ein oder er
verbringt die Landung in der gesperrten Toilette!" Fifis Nase schaut noch raus
und Müller nimmt ihn auf seinen Schoss. "Auch wenn dies ein Schosshund ist, so
hat er auf Ihrem Schoss nichts verloren." Und so schiebt ihn Müller denn halt
unter den Vordersitz. Da dies Andrea aber nicht passt, weil sie im Falle einer
Evakuierung über diesen Kläffsack stolpern würde, packt sie ohne Zögern die
Tasche samt Hund und verstaut ihn in der Gepäckablage. Müllers setzen schon Luft
an, um auszurufen, doch Andreas Bemerkung "Ruhe, ich muss mich konzentrieren"
war schneller. Holperdigump und schon war die Krähe unten. Fritz hat trotz
übermässigen Koffeingenusses eine mässige Landung hingelegt. Mag vielleicht auch
daran liegen, dass das Füllgewicht seines Bäuchleins noch eine Rolle spielte,
dass er auf diesem Flug etwas überstrapaziert hat.
Andrea hat als einzige der Economy Crew noch den undankbaren Einsatz, einen Teil
der Passagiere verabschieden zu müssen. All diese Düfte, die an
ihr vorbeiflattern, igitt! Sie versucht so zu tun, als sei an ihrem Sitz etwas
kaputt, damit ihr die Passagiere nicht Tschüss sagen, denn deren Mundgerüche
hält sie nicht mehr aus. Das ganze Flugzeug stinkt und mieft. Jetzt wird erstmal
gelüftet. Schon ist die Putzmanschaft und das Catering da, und man bereitet sich
auf eine Fortsetzung dieser Katastrophe vor, denn nun fliegt die gute A321 samt
gleicher Besatzung wieder zurück nach Zürich. Wir wünschen einen angenehmen Flug
und hoffen, Sie bald wieder an Bord einer Swissair-Maschine begrüssen zu dürfen.
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