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Swissair-Rotationen nach Afrika Wenn die Swissair-Crews nach Afrika fliegen mussten, herrschte meist nicht sehr grosse Freude. Wusste man doch, dass einem ein sehr stressiger Flug erwartet, welcher die Nerven überstrapazieren konnte. Bei einem Flug nach Westafrika - Lagos, Accra, Abidjan, Douala und Yaoundé - waren immer Tigers an Bord. Diese Tiger waren in Wirklichkeit Polizisten oder Zollpersonal, welche für 3 Monate von der Swissair eingesetzt wurden, um Flüge nach Afrika zu betreuen. Afrika-Flüge waren dafür bekannt, dass die Menschen immer viel zu viel Handgepäck dabei hatten. Die Overhead Bins (Ablegefächer) waren gestopft voll und ich wundere mich bis heute, dass diese Dinger nie gekracht haben. Die Afrikanischen Passagiere liessen schlecht mit sich übers Handgepäck reden, so wurde dann auch meist einer der Tiger an der Bord-Türe stationiert, damit dieser den Passagieren das überladene Handgepäck abnehmen und in den Frachtraum verweisen konnte. Auf Afrika-Flügen hatte es auch immer sehr viele Kinder dabei! Dass dabei die Windeln auf dem Sitz gewechselt wurden, war nichts Aussergewöhnliches. Die Afrika-Passagiere hatten eine Angewohnheit, mit der viele Flight Attendants nicht umgehen konnten: sie riefen das Bordpersonal stets mit "tz tz" und sagten oft weder "Bitte" noch "Danke". Oft hatte es auch eine Nurse an Bord. Diese Nurse war meist eine Kindergärtnerin, die sich wie die Tigers bei der Swissair bewerben konnten, um für 3 Monate auf Afrika-Flügen die Kinder zu betreuen. Die Nurse war meist damit beschäftigt, Spielzeug zu verteilen, Babyflaschen aufzuwärmen und unsere Nerven zu schonen! Also ich könnte nie mit einer Nurse tauschen und bewundere diese Kindergärtnerinnen für ihre starken Nerven! Die Tiger kontrollierten auch auf Aussenstationen die Passagiere, indem sie das Handgepäck durchsuchten und die Passagiere durchleuchteten. Auf den Flughäfen in Afrika waren die Sicherheitsleute oft nicht sehr gut ausgebildet. Eine Rotation nach Afrika dauerte je nachdem 3 bis 9 Tage. Sehr beliebt im Gegensatz zu Westafrika war die Destination Daressalam in Tanzania. Ostafrika lädt ein mit seinen schönen weissen Badestränden, türkisklarem Wasser und wenn man Zeit hatte, konnte man so wie ich einen Trip nach Sansibar machen. Was ich bei meinen Afrika-Einsätzen erlebt habe, kannst Du unter den jeweiligen Destinationen nachlesen.
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